Fake-Follower erkennen
Woran Marken, Agenturen und aufmerksame Besucherinnen gekaufte Follower erkennen. Nützlich, wenn du prüfen willst, mit wem du zusammenarbeitest, und wenn du wissen willst, was bei deinem eigenen Konto auffällt.
Warum es überhaupt jemanden interessiert
Für die meisten Besucherinnen und Besucher ist eine Followerzahl einfach eine Zahl. Genauer hinschauen vor allem drei Gruppen: Marken und Agenturen, die für Reichweite bezahlen; Veranstalter, die abschätzen wollen, wie viele Leute zu einem Auftritt kommen; und Konkurrenz. Wenn du mit einer dieser Gruppen zu tun hast, sind die folgenden Punkte für dich doppelt wichtig.
Die sieben Anzeichen
1. Die Interaktionsrate passt nicht
Das wichtigste Signal. Ein Konto mit 18.000 Followern und 60 Likes pro Beitrag hat eine Rate von 0,3 Prozent. Üblich sind auf Instagram 1 bis 3 Prozent, bei kleinen Konten auch deutlich mehr. Rechne es mit dem Engagement-Rechner nach.
2. Sprünge im Verlauf
Dienste, die den Followerverlauf öffentlicher Konten aufzeichnen, zeigen Treppenstufen: wochenlang flach, dann plus 5.000 an einem Tag. Natürliches Wachstum sieht anders aus, außer nach einem viralen Beitrag, und den sieht man dann auch im Profil.
3. Die Follower-Liste
Wer die Liste durchscrollt, findet bei gekauften Followern häufig Konten ohne Beiträge, mit generischen Namen und Ziffernfolgen, mit Profilbildern aus Bilddatenbanken oder mit sehr vielen gefolgten Konten bei wenigen eigenen Followern.
4. Kommentare, die nichts sagen
„Nice 🔥“, „Great post!“ auf einem deutschsprachigen Profil über Kärntner Seen fällt auf. Echte Kommentare beziehen sich auf den Inhalt.
5. Herkunft und Sprache
Ein Café in Winterthur, dessen Follower laut Statistik überwiegend in ganz anderen Weltregionen sitzen, wirft Fragen auf. Diese Daten sieht allerdings nur das Konto selbst, etwa wenn es seine Statistiken für eine Kooperation teilt.
6. Aufrufe und Likes bei Reels
Bei Reels und TikToks sind die Aufrufe sichtbar. 9.000 Likes auf 4.000 Aufrufen gehen nicht auf.
7. Reichweite in den Statistiken
Die Reichweite eines Beitrags liegt bei einem gesunden Konto oft in der Größenordnung von 20 bis 60 Prozent der Follower. Wer 30.000 Follower hat und Beiträge, die 900 Konten erreichen, kann das in einem Mediakit schwer erklären.
Was das für dein eigenes Konto heißt
Wenn du Follower kaufst, wird ein aufmerksamer Prüfer zumindest einige dieser Muster finden. Das ist der Grund, warum wir zu Paketen raten, die zur Kontogröße passen, und warum wir dosiert liefern. Ein Profil mit 1.200 Followern, von denen 700 gekauft sind, und Beiträgen mit 40 Likes ist unauffällig. Ein Profil mit 12.000 Followern und denselben 40 Likes ist es nicht.
Wenn du mit Marken arbeiten willst, verkaufe ihnen, was du belegen kannst: Reichweite, Aufrufe und Interaktionen aus deinen Statistiken. Gekaufte Follower tauchen dort als Publikum nicht auf, und Werbepartnern eine Reichweite vorzuspielen, die es nicht gibt, kann rechtlich heikel werden. Mehr in Ist Follower kaufen sicher?
Ein Beispiel
Eine Agentur in Wien prüft zwei Food-Konten für eine Kampagne. Konto A: 6.200 Follower, im Schnitt 310 Likes und 22 Kommentare, also 5,4 Prozent. Konto B: 24.000 Follower, 190 Likes und 6 Kommentare, also 0,8 Prozent, dazu ein Sprung von 9.000 auf 21.000 innerhalb einer Woche im März. Die Agentur nimmt Konto A, obwohl es ein Viertel der Follower hat.